Brennerzulauf – Landratskandidaten

Das Bürgerforum Inntal hat mit ausgewählten Landratskandidaten eine Podiumsdiskussion zum geplanten Brennerzulauf veranstaltet. Es war enttäuschend. Alle Kandidaten haben weichgespülte Optimierungs- und Verbesserungsvorschläge – aber niemand hat Widerstandspotential. Wir brauchen jetzt einen Landrat der den zivilen Widerstand organisiert und sich an die Spitze stellt. Wir brauchen einen Landrat mit Format, mit Mut und Integrationskraft. Das habe ich bei keinem Teilnehmer gesehen.

Warum beschäftigen wir uns überhaupt mit Zugfrequenzen, Untertunnelung, mit Lärmschutzmaßnahmen und Verladestationen? Wir haben damit die Trasse und den Ausbau indirekt schon akzeptiert und arbeiten jetzt aktiv an der Ausgestaltung mit. Wir wählen gerade freiwillig zwischen Pest und Cholera. Das ist nicht unsere Aufgabe!

Wir müssen von Bahn und der Regierung eine grundlegende Systemanalyse fordern. Die Basis für die Trassenführung wurde 1989 gelegt und ist nicht mehr akutell. Warum werden nicht Trassen- und Kostenanalysen für die Tauernpassage, dem Weg über Garmisch-Partenkirchen und Lindau mit der vermeintlich gleichen Akribie untersucht, wie man jetzt schon das Inntal verplant. Es wäre interessant welche Politiker dort ihre Wahlkreise haben.

Unsere Natur, unsere Umwelt soll missbraucht und vergewaltigt werden und alle Kandidaten unterhalten sich, wie der Schändung möglichst wenig schmerzhaft wird. Aber was kann man schon erwarten? Der eine ist Vertreter einer Partei die seit Jahren den Verkehrsminister stellt, einer CSU die jahrelang die verkehrspolitische Sprecherin – noch dazu aus dem Landkreis – festlegte, maßgeblich für die Trassenwahl mitverantwortlich war und auch nichts dagegen unternommen hat.

Eine grüne Kandidatin deren Partei generell den Ausbau von Bahnstrecken und „Güter auf die Bahn“ fordert. Wird sie wirklich gegen ihre und die Grundüberzeugungen der Partei arbeiten?

Einem „freien Wähler“ dessen Freund und Chef Wirtschaftsminister und erklärter Freund von „wirtschaftlicher Entwicklung,“ unter anderem durch Bahntrassen, ist?

Der Versammlungsleiter meinte man soll sich auf der Bühne einen durchsetzungsstarken Kandidaten aussuchen – ich habe keinen gesehen. Nur angepasste Bewerber, den eigenen Parteien verpflichtete Stimmenfänger, die im vorauseilenden Gehorsam versuchen nirgends anzuecken.

Wir brauchen gerade jetzt einen Landrat der keine Vorgaben von „oben“ erhält. Wir brauchen einen Landrat der sich nur den Bürgern verantwortlich fühlt, der den Mut zu zivilen Widerstand hat, diesen organisiert und auch anführt. Daher wähle ich Florian Weber von der Bayernpartei. (Benno Steiner, Kreisvorsitzender und Kreistagskandidat)

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